/ News, People
Im Interview mit der Volksstimme spricht Prof. Denise Traber über die Ursachen des Erfolgs rechtspopulistischer Parteien, politische Polarisierung und die Rolle der direkten Demokratie in der Schweiz.
Rechtspopulistische Parteien gewinnen in vielen europäischen Ländern an Einfluss. Welche gesellschaftlichen Entwicklungen tragen dazu bei – und wie sollten etablierte Parteien darauf reagieren?
Im Interview mit der Volksstimme ordnet Prof. Denise Traber, Professorin für Politikwissenschaft an der Universität Basel, diese Entwicklungen aus politikwissenschaftlicher Perspektive ein.
Als wichtige Hintergründe nennt sie gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte: Globalisierung, wachsende wirtschaftliche Ungleichheit und gesellschaftlicher Wandel hätten Verunsicherungen geschaffen, die durch Krisen wie Kriege und Inflation zusätzlich verstärkt würden. Die politikwissenschaftliche Forschung zeige zudem, dass soziale Abstiegsängste eine wichtige Rolle bei der Unterstützung rechtspopulistischer Parteien spielen.
Auch etablierte Parteien stehen laut Traber vor einem Dilemma. Rechtsextreme Positionen müssten klar benannt werden, gleichzeitig brauche es eigene politische Antworten. Die Übernahme rechtspopulistischer Positionen hält sie dagegen für wenig erfolgversprechend: Häufig werde dann eher «das Original» gewählt.
Mit Blick auf die Schweiz spricht Traber auch über politische Polarisierung und institutionelle Besonderheiten. Der direkten Demokratie schreibt sie dabei unter anderem eine stabilisierende Funktion zu: Regelmässige Abstimmungen könnten helfen, politische Gegensätze auszutragen und mit Niederlagen umzugehen. Gleichzeitig warnt sie davor, die zunehmende Normalisierung rechtsextremer Positionen zu unterschätzen.
Das vollständige Interview ist in der Volksstimme vom 11. September 2026 erschienen.
Quick Links